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Projektdaten

Das Projekt wird von der Wüstenrot Stiftung gefördert.

Projektleitung: Prof. Dr. Georg Vrachliotis
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Martin Kunz, Dr. Joachim Kleinmanns
Studentische Hilfskräfte: Irina Österreicher, Meike Bartz

Laufzeit: 2015 -

Günter Behnisch. Architekt der BRD zwischen Wiederaufbau und Wiedervereinigung

Wie kein zweiter Architekt prägte Günter Behnisch (1922-2010) mit seinen Bauten das Erscheinungsbild der BRD in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Behnisch & Partner – Ingenieurschule Ulm

Zu seinen frühen Bauten zählt eine Reihe von Schulen, durch die er sich bereits früh den Respekt des internationalen Architekturdiskurses sichert und sich dabei als Architekt der öffentlichen Hand etablieren kann. Die Fachhochschule in Ulm (1959-1963) ist der erste aus industriell vorgefertigten Betonteilen realisierte Großbau der BRD. Mit zwei Dutzend weiteren Schulen und einem innovativen Baukastensystem bestimmt er maßgeblich den Schulbau der 60er Jahre. Der Sieg beim Architekturwettbewerb für die Olympischen Spiele in München ist der größte Erfolg Behnischs (1967-1972). Mit seinen filigranen Dachlandschaften setzt er ein Gegenbild zu den monumentalen Olympiabauten von 1936 in Berlin. Er integriert High-Tech-Architektur in eine organische Parkanlage. In den darauffolgenden Jahren avanciert Behnisch zum Chefplaner der Bonner Regierungsbauten. Mit seinen verschiedenen Projekten für den Deutschen Bundestag, die schließlich in den Bau des neuen Plenarsaals münden, steht er im Fokus von Politik und Öffentlichkeit. Das Hysolar-Institutsgebäude der Universität Stuttgart (1986-1987) wird zu einer der Ikonen der dekonstruktivistischen Architektur. In seinem Wettbewerbsbeitrag für die Verwaltungszentrale der LBS Württemberg in Stuttgart (1989), der die Architektur auch in der Vertikalen auflöst, entwickelt Behnisch eine neue Formensprache für den Hochhausbau. Mit dem Gebäude der Akademie der Künste am Brandenburger Tor in Berlin ist Günter Behnisch mit seinem letzten realisierten Projekt (1994–2005) nun auch im Zentrum der neuen Hauptstadt angekommen.

Der saai-Bestand „Günter Behnisch und Partner“ umfasst etwa 66.000 Pläne, 60.000 Fotos, 140 Modelle, 65 Regalmeter Beleg-Publikationen und 1.000 Regalmeter Bauakten. Neben diesen Materialien aus dem Architekturbüro birgt der Nachlass auch private Unterlagen wie Reisedias und Lehrmaterialien von Günter Behnisch.